Hinduismus

Hinduismus

Diese Bezeichnung stammt von den Europäern und umfasst eine ganze Fülle von indischen Religionen, aus denen sich einige Grundzüge herausfiltern lassen. Die meisten Hindus glauben an einen Gott, der sich jedoch in verschiedenen Gestalten offenbart. Die wichtigsten sind Shiva, Vishnu und Shakti, eine weibliche Offenbarungsgestalt. Die meisten Hindus glauben an das Gesetz des Karma, d.h. die menschliche Seele müsse mehrere irdische Existenzen durchlaufen, bis sie in den Urgrund der Welt, mit dem sie ident ist, eingeht. Karma an sich bedeutet, daß alle Taten Ursachen aus früheren Leben und Wirkungen auf spätere Existenzen haben. Zu den klassischen heiligen Schriften der Hindus gehören die VEDEN und das MAHABHARATA-Epos, insbesondere ein Buch daraus, die BHAGAVAD-GITA.

Die Inder selbst nennen ihre Religion meist „ewige Ordnung“, resp. DHARMA, und das bedeutet nicht nur Ordnung, sondern Gesetz und Pflicht. Es handelt sich jedoch nicht um eine Rechtsordnung, Glaubenssätze, Dogmen oder Rechtgläubigkeit, sondern gemeint ist eine allumfassende kosmische Ordnung, die alles Leben bestimmt und an die sich alle Menschen halten sollen. Es geht daher um das richtige Handeln, den richtigen Ritus und die richtige Sitte. Daher sind damit nicht bestimmte Rechte gemeint, sondern Pflichten, die ein Mensch hat gegenüber der Familie, der Gesellschaft, Gott und den Göttern.

Zusammengefasst sind diese Pflichten in den Tugenden des YOGA-WEGES. Sie lauten:

  • Gewaltlosigkeit, Nicht-Verletzen
  • Wahrhaftigkeit
  • Nicht-Stehlen
  • Keuschheit, reiner Lebenswandel
  • Begierdelosigkeit

Mahatma Gandhi, einer der berühmtesten Vertreter des Hinduismus im 20. Jahrhundert, hat daraus die

SIEBEN SOZIALEN SÜNDEN der Menschheit abgeleitet:

  1. Politik ohne Prinzipien
  2. Geschäft ohne Moral
  3. Reichtum ohne Arbeit
  4. Erziehung ohne Charakter
  5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
  6. Genuss ohne Gewissen
  7. Religion ohne Opfer

Die vier klassischen Lebensziele eines Hindus sind: Das Streben nach Angenehmem und Sinnengenuss, das Streben nach Nützlichem und der Erwerb von Wohlstand, das Bemühen um Rechtschaffenheit und Tugend, das Streben nach Befreiung und Erlösung aus dem Kreislauf von Geburt, Tod und Wiederverkörperung.

Mit knapp 1 Milliarde Anhängern ist der Hinduismus nach Christentum und Islam die drittgrößte Religion. Ein Großteil der Hindus lebt in Indien.

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