Sikhismus

Sikhismus

Im Sikhismus finden sich hindusitische sowie muslimische Glaubensinhalte und –praktiken.

Guru Nanak Dev, der Stifter der Religion, wurde 1469 in Nord-Indien geboren. Ihm folgten 9 Meister, Gurus genannt, deren letzter, Gobind Singh, die Bruderschaft der Khalsa (= der Reinen) ins Leben rief und alle Lehren der Gurus und Heiligen im Granth Sahib zusammenfasste. Diesen erklärte er 1708 zum ewigen spirituellen Guru der Gläubigen.

Die Sikhs selbst verstehen ihren Glauben aber als eigenständige Religion und eine direkte Offenbarung Gottes. Trotz einige Gemeinsamkeiten mit dem Hinduismus und dem Islam stellen sie eine eigenständige Religionsgemeinschaft dar. Ihre Anhänger, eben Sikhs (= Schüler) genannt, legen größten Wert auf eine ethisch korrekte Lebensführung. Darunter verstehen sie die Einhaltung von folgenden 5 Tugenden:

  • Wahrheit
  • Zufriedenheit
  • Mitgefühl
  • Demut
  • Liebe

Dabei sind grundlegende Glaubensinhalte: die Gleichheit vor Gott, jeder Mensch kann über den Granth Sahib Zugang zu Gott erhalten, es gibt kein Priesterum, keine Religion hat ein Monopol auf die Wahrheit, leere religiöse Riten und Aberglauben haben keinen Wert, soziale Gerechtigkeit muss unterstützt werden, Verdienste und Sünden sind keine Sache von Worten und man erntet, was man gesät hat.

Der Sikhismus umfasst weltweit ca. 23 Millionen Anhänger, 80 % davon leben in Indien. Der Turban, Dastar genannt, über dem uneschnittenen Haupthaar ist das deutlichste Erkennungsmerkmal männlicher Sikhs.

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