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Spricht man über Ethik im Kontext von Digitalisierung, muss man zunächst schauen, ob die verwendeten Begriffe zutreffen. „Künstliche Intelligenz“, was soll das heißen? Der Begriff „Intelligenz“ kommt aus dem Lateinischen von intus legere und das heißt so viel wie: drinnen lesen, zwischen den Zeilen lesen, hinter die Kulissen schauen. Kann das der Computer, kann er alle Kontexte erkennen? Gehört nicht das Phänomen der Intelligenz zu einem lebendigen Wesen, genauer zu einem Menschen, selbst wenn man verschiedene Arten von Intelligenz unterscheiden kann? Wie kann Intelligenz in einer toten Maschine auftauchen? Das geht nur bei bestimmten Definitionen von Intelligenz. Wenn der Computer intelligent ist und denken kann, dann hat er auch Verantwortung. Beispielsweise hat der Roboter „Sophia“ in Saudi Arabien bereits „als Frau“ die Staatsbürgerschaft erhalten. „Sie“ imitiert menschliche Gestik und Mimik. Hat ein solcher Roboter Menschenwürde? Hat er Gefühle, kann er leiden, ist er empathiefähig?
Sicher ist, dass ein Mensch dem Computer zunächst alles eingegeben hat, was dieser vollziehen kann, selbst wenn der Computer sich dann weiterentwickelt und selbstständig lernt. Man spricht von selbstlernenden Systemen. Diese Systeme können offensichtlich miteinander kommunizieren ohne dass ein Mensch eingreift oder eingreifen kann. Sie können sich vom Menschen und seiner Kontrolle abkoppeln. Dennoch bleibt der Mensch letztverantwortlich für das, was ein Computer ausführt. Denn nur der Menschen hat Freiheit und Verantwortung. Daher müssten die Programmierer von Computern in Fragen der Anthropologie und Ethik unterrichtet werden.
Es kommt aber darauf an, von welchem Menschenbild und welcher Ethik die Programmierer ausgehen. Computer könnten zum Beispiel so programmiert werden, dass am Ende eines Rechenprozesses immer eine Gewinnmaximierung herauskommt, der Einzelne aber dabei auf der Strecke bleibt. Daher müssen Computerprogramme vom Benutzer immer wieder hinterfragt werden. Denn sie liefern keine Wahrheit. So stellen sich ethische Fragen bei der Programmierung, beim Umgang mit den erhobenen Daten (Datenschutz), bei der Wahrung der Intimsphäre und der Autonomie von Menschen, bei der Kontrollierbarkeit von selbstlernenden Computern, bei Haftungsfragen für „Computerfehler“ z.B. bei selbstfahrenden Autos.  Computersysteme müssen dem Menschen mehr nutzen als schaden.
(Matthias Beck)

16. Januar 2019

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