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Newsletter 2012-01

Ethik in der Politikberatung

Die Politikberatung ist in Österreich in den letzten Monaten in Diskussion, teilweise sogar in Verruf geraten. Das hat wohl zwei Ursachen: Zum einen gab es tatsächlich einige Anlässfälle von Korruption, Nepotismus und Verschwendung öffentlicher Gelder. Zum anderen werden in der öffentlichen Erregung viele Dinge durcheinandergemischt und ganze Berufsfelder verunglimpft, in denen aber vermutlich über 90 % der Tätigen korrekt und seriös ihrem Beruf nachgehen.

Was daher Ethik in der Politikberatung bedeutet, möchte ich an dem wohl meistdiskutierten Anwendungsgebiet, dem Lobbying aufzeigen.

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Newsletter 2010-2

Missbrauch – Verdinglichung von Personen

KANTs zweite Unterformulierung des Kategorischen Imperativs fordert, eine Person niemals bloß als Mittel zu gebrauchen, sondern immer als Selbstzweck zu achten.

Im Augenblick fokussieren die Medien massiv auf sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch. Unsere Aufgabe kann nicht sein, die Faktizität dieser Anschuldigungen zu überprüfen – das ist Aufgabe der Rechtssprechung -, wohl aber zu fragen, WARUM solche Übergriffe vorkommen.

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Newsletter 2011-4

Weltethos und Bildung

Seit ihrer Gründung setzt sich die Initiative Weltethos Österreich für den Ethikunterricht ein. Genauer gesagt, für die Übernahme der seit 1996 laufenden und sehr erfolgreichen Schulversuche ins Regelschulwesen. Dass dies durch die Politik bis heute nicht geschehen ist – nach fast zwei Jahrzehnten der Diskussion – kann als schweres Manko mit Langzeitfolgen im österreichischen Bildungswesen gewertet werden. Schule ist heute ein Ort, an dem Menschen verschiedenster Kulturen, Ethnien und Religionen zusammen arbeiten und wirken. Fallen jegliche Fächer, in denen Wertevermittlung Thema ist, weg, wie und wo sollen dann jüngere Generationen zur Dialog- und Respektfähigkeit ausgebildet werden?

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Newsletter 2010-1

Parlament der Weltreligionen – Weltparlament der Religionen ?

Vom 3. bis 9. Dezember 2009 fand in Melbourne (Australien) das 5. Parlament der Weltreligionen unter dem Titel „Make a World of Difference: Hearing each other, Healing the earth“ (Bau eine andere Welt: aufeinander Hören, die Erde Heilen) statt. 8.000 Angehörige aus 25 Religionen diskutierten in 650 Workshops und Seminaren weniger religiöse als ethisch brisante Themen wie Klimawandel, Umweltschutz, Wirtschafts- und Finanzkrisen, friedliche Konfliktlösungen, Rettung der indigenen Völker, Bekämpfung der Armut, Sicherstellung von Nahrung und Wasser für alle Menschen etc. Hans Küng stellte sein „Manifest zum Globalen Wirtschaftsethos“ vor, das er bereits in New York

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Newsletter 2011-3

Nachhaltigkeit und Weltethos

„Nachhaltigkeit“ gehört nicht zu meinen Lieblingsbegriffen. Die Arbeit mit Unternehmen hat mich gelehrt, dass „Nachhaltigkeit“ kaum zu gebrauchen ist: zu unbestimmt, schwer zu verstehen, aber leicht zu verbiegen. Die Sache wird klarer, wenn von „Nachhaltiger Entwicklung“ die Rede ist: Als politische Vision mit einer lebendigen Spannung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele ist sie ein plausibles Zukunftskonzept.

Die Vision der Nachhaltigen Entwicklung ist, dass Zukunft gelingt: Alle sollen ausreichend davon haben. Seit sich das

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Newsletter 2009-4

POLITISCHE INSTRUMENTALISIERUNG VON RELIGION

Politik und Religion können niemals streng getrennt werden: Religiöse Motive haben immer auch politische Implikationen. Religion hat immer auch eine politische Dimension. Was getrennt werden kann, das sind Institutionen – Kirche(n) und Staat.

In der Demokratie heute braucht es eine Garantie für die Freiheit der Religion – und zwar grundsätzlich der Freiheit aller Religionen, einschließlich der Freiheit, nicht religiös zu sein. So selbstverständlich dieser Grundsatz sein mag,

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Newsletter 2011-2

Wie weit soll Toleranz gehen?

Die Problematik hat sich in früheren Zeiten nicht gestellt, da die Menschen in einem bestimmten Gebiet Anhänger einer bestimmten Religion waren und von dieser ziemlich unhinterfragt ihre Wertmaßstäbe bezogen. KANT scheint die Schwierigkeit einer allgemeinverbindlichen Moral vorausgeahnt zu haben, die in einer pluralistischen Gesellschaft entsteht. Es sind zweihundert Jahre vergangen, bis diese Problematik allgemein bewusst wurde und die UNO eine vereinfachte KANTsche Ethik zur Basis eines Weltethos wählte. Diese ist dann zugleich das Maß, wie weit Toleranz gehen kann.

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Newsletter 2009-2

Zahlt sich Ethik in der Wirtschaft aus?

Die im Jahre 2008 beginnende Welt-Finanzkrise hat sich mit Anfang 2009 praktisch zu einer Weltwirtschaftskrise entwickelt. Die Realwirtschaft ist bereits mit allen negativen Folgen (Rezession, Arbeitslosigkeit etc.) von der Finanzkrise betroffen. Diese Wirtschaftskrise hat aber auch eine tiefe ethische Dimension. Trotz des grundsätzlich berechtigten Gewinnstrebens von Unternehmen und Banken bedarf es weltweit verbindlicher ethischer Regeln. Die Erklärung zum Weltethos aus dem Jahre 1993 zeigt solche global verbindlichen Regelungen auf. Was Ethik eigentlich bedeutet, ist vielfach unklar. Unter dem Begriff „Ethik“ versteht man im heutigen Sprachgebrauch nicht nur

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Newsletter 2011-1

Menschenrechte und Weltethos

Anlass für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Jahre 1948 durch die Vereinten Nationen war der 2. Weltkrieg mit seinen beispiellosen Zerstörungen und Menschenrechtsverletzungen. Wir gedenken dieses Ereignisses jährlich am 10. Dezember.

Die Idee der Menschenrechte ist selbstverständlich älter als ihre Allgemeine Erklärung. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des abendländischen Rechtsdenkens, begründet einerseits in der griechischen Philosophie und damit

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Newsletter 2009-1

Weltwirtschaft erfordert ein Weltethos

Frage: Sie hatten schon 1997 vor einer Rückkehr der Weltwirtschaftskrise, vor einem "Chaos" und einem Zusammenbruch der ökonomischen Ordnung wie in den Jahren 1929-1933 gewarnt. Hat Sie die Rasanz und Dimension der Ereignisse in den vergangenen Monaten dennoch überrascht?
Antwort: Nur zum Teil! 1996 hatte eine Bemerkung des damaligen Chefs der US-Notenbank, Alan Greenspan, über einen »irrationalen Überschwang« in den Aktienmärkten die Börsen Asiens, Europas und Amerikas erschüttert. Eine Bestätigung für meine Vermutung, die Chaos-Theorie finde bisweilen auch in der Ökonomie Anwendung. Und ein

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Newsletter 2010-4

Wahlkampf - und was nachher ?

Medien und Plakatwände sind voll von Aggressionen, Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten und Respektlosigkeiten. Vielleicht noch gefährlicher: Wahlplakate, die die niedrigsten Instinkte ansprechen und dadurch erfolgreich sind -, aber gerade dadurch die Menschen auf diese unterste Ebene fixieren. Übrigens: nicht nur bei der Wahlwerbung, wie die Bundesebene zeigt.

Niemand jedoch scheint zu bedenken, dass es nachher in Koalitionen und Kooperationen weitergehen muss. Ob dann alles vergessen sein wird, ist zu

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Newsletter 2008-1

Der interreligiöse Dialog im Klassenzimmer aus der Perspektive der Weltethosbewegung
(Zusammenfassung eines Vortrags in Schlaining am 16.10.08)

1. Die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs

Verschiedene geistesgeschichtliche Strömungen der Neuzeit problematisier(t)en in Europa den christlichen Glauben, der im Mittelalter "die" europäische Weltanschauung darstellte: Die wichtigsten glaubenshemmenden Strömungen der Neu¬zeit – wie Säkularisierung, Aufklärung, Verwissenschaftlichung / Vertechnisierung / Verwirtschaftlichung und

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Newsletter 2010-3

ANTIKORRUPTION – EIN ETHISCHES POSTULAT


Exogene- und endogene Faktoren

Unsere Lebenswirklichkeit wird von exogenen Faktoren, die wir wenig beeinflussen können, wie Wachstum der Menschheit, Problemen der Globalisierung, Kluft zwischen Arm und Reich, Klimawandel, Erderwärmung, und von endogenen Faktoren, solchen, wofür wir verantwortlich sind, wie Egoismus, Nepotismus, Änderung des Rechtsbewusstseins, Wertewandel, mitbestimmt. Die menschliche Freiheit und Verantwortung ist eine relative, d.h.

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