Weltethos und Ökosoziale Marktwirtschaft

Weltethos und Ökosoziale Marktwirtschaft

(Newsletter 2012-03)

In seinem Buch „ANSTÄNDIG WIRTSCHAFTEN“ formulierte Hans Küng vier Imperative für menschliches Handeln: Nicht töten, Nicht stehlen, Nicht lügen, Nicht Sexualität missbrauchen! Und weiter: „Diese vier alle Kulturen und Religionen übergreifenden Normen sind elementar und allgemein. Sie stellen Konkretisierungen von zwei Grundprinzipien eines Menschheitsethos dar: Zum einen das Prinzip der Humanität und zum anderen das Prinzip der Gegenseitigkeit, die Goldene Regel.“

Drei zerstörerische Ideologien schleppen wir – ausgehend vom europäischen Geist – seit dem 19. Jahrhundert mit uns: Kapitalismus, Kommunismus und Nationalismus. Alle drei sind unterschiedliche Ausformungen des Materialismus. Verzweifelt versuchen politische Akteure am verfahrenen System herumzuflicken. Das bleibt aber vergebliche Mühe, so lange sich nicht die Gesinnung der Menschen ändert. Dazu auch Dennis Meadows: „Wenn vielen Menschen die Zukunft einerlei ist, werden sie ein Wirtschafts- und Finanzsystem schaffen, das die Zukunft zerstört. Solange sich nicht die WERTE der Menschen verändern, wird es so weitergehen.“

Nach der Globalisierung der Ökonomie brauchen wir eine Globalisierung des Geistes! Wir brauchen das Zusammenwirken der besten Kräfte und die Mobilisierung des ethischen Gehaltes sowie des Erfahrungsschatzes der großen Kulturen und Religionen mit dem Ziel einer weltweit verbindlichen ethischen Grundlage für menschliches Handeln.

Ökosoziale Marktwirtschaft als Weg der Balance

Zukunftsfähige und friedensfähige Strategien beruhen immer auf Balance, auf Augenmaß, auf Streben nach Gerechtigkeit und Solidarität.
Das Ziel des Modells der Ökosozialen Marktwirtschaft liegt in der Synthese zwischen Wirtschaft, Sozialem und Ökologie anstelle des bisher dominierenden Gegensatzes. Die Sicherung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, die Erhaltung des sozialen Friedens und der nachhaltige Schutz der Lebensgrundlagen bilden das „magische Dreieck“ der Ökosozialen Marktwirtschaft. Die ordnungspolitische Realisierung dieses Dreiecks bietet die Chance für einen neuen Qualitätssprung in der volkswirtschaftlichen und unternehmerischen Entwicklung. Nur so können wir eine weltweite Kultur der Empathie, eine Kultur des Mitgefühls und eine Kultur des Wohlwollens schaffen. (Josef Riegler) 

 

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