Weltethos und die Bahá’í-Religion

Weltethos und die Bahá’í-Religion

(Newsletter 2015-01)

Die Erklärung zum Weltethos will „im Blick auf eine neue Weltordnung unverrückbare unbedingte ethische Normen in Erinnerung rufen.“ Sie verweist auf „ein Prinzip, die Goldene Regel, die seit Jahrtausenden in vielen religiösen und ethischen Traditionen der Menschheit zu finden ist und sich bewährt hat: Was du nicht willst, dass man dir tu´, das füge auch keinem anderen zu.“ Diese Goldene Regel wird auch im Bahá’í-Glauben betont, wie überhaupt ethische Richtlinien, welche die Religionsstifter festgelegt haben, um den menschlichen Charakter zu bilden und zu veredeln.

So betont der Stifter der Bahá’í-Religion, Bahá’u’lláh, die herausragende Bedeutung eines guten Charakters, wie Wahrhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit. – Grundlage für alle anderen Tugenden: „Lasst Wahrhaftigkeit und Höflichkeit euren Schmuck sein“; „Veredelt eure Zunge durch Wahrhaftigkeit, o Menschen, und ziert eure Seele mit dem Schmuck der Ehrlichkeit“; „Sei des Vertrauens deines Nächsten wert und schaue hellen und freundlichen Auges auf ihn.“ Diese Werte beeinflussen positiv nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen, sondern sind auch wichtig für die Sicherheit und das Wohl der Gesellschaft.

Die Bahá’í-Religion, die keinen Klerus hat und deren Gemeinschaft durch demokratisch gewählte Gremien, sogenannte Geistige Räte, auf örtlicher und nationaler Ebene verwaltet wird, sieht in der Anerkennung der Einheit der Menschheit die grundlegende Voraussetzung für die Neuordnung der Welt als ein Land, wie Bahá’u’lláh verkündet: „Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.“ Die weltweite Annahme dieses geistigen Grundsatzes ist wesentlich für die Errichtung des Weltfriedens. Dieser Grundsatz soll daher weltweit verkündet und gelebt werden. Das erfordert das Aufgeben von Vorurteilen aller Art und all dessen, was Menschen veranlasst, sich anderen überlegen zu fühlen.

In einer immer globaler werdenden Welt mit ihrer multi-kulturellen und multi-religiösen Vielfalt haben die Religionen eine große Verantwortung und auch besondere Möglichkeiten. In diesem Sinne sollten interreligiöse Begegnungen den positiven Einfluss der Religionen auf eine friedvolle Gestaltung der Welt in den Mittelpunkt stellen. (Ottilie und Alex A. Käfer, Mitglieder der Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich)

Es rühme sich nicht der, welcher nur sein Vaterland liebt, sondern jener, der die ganze Welt liebt (Bahá’u’llàh, Ährenlese)

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